Tauernstadion:
MFA tritt vom Kauf zurück – Leasingverträge mit wesentlich längerer Laufzeit als bisher bekannt!

Bürgermeister Köll informierte den Gemeinderat darüber, dass die MFA (Matreier Freizeitanlagen GesmbH) ihr Angebot für den Kauf des Tauernstadions zurückgezogen habe. Dabei gab es eine große Überraschung: Grund für diesen Schritt seien noch nicht bekannte Umstände, nämlich die tatsächliche Laufzeit der Leasingverträge von 40 Jahren!

Diese Information wirft viele Fragen auf:

  • Werden uns bewusst Informationen vorenthalten?

Wir haben bis zur Gemeinderatssitzung (wie in der Aufsichtsbeschwerde dargelegt) nicht ordentlich Einblick in die Leasingverträge nehmen dürfen. Laut Jahresrechnung 2015 zahlte die Gemeinde für das Stadion, für den Kunstrasenplatz und für die Beschallung  jährlich eine Leasingrate von 152.000 €, als Restwert für das Stadion sind 974.445 € angegeben. Somit errechnet sich ein Ende der Zahlungen im Jahr 2023.

  • Wie hoch ist der tatsächliche Leasingrest? Wenn die Höhe der jährlichen Rate 152.000 € beträgt, die Verträge aber nicht 13 bzw. 20 Jahre laufen, sondern 40 Jahre, muss dann von einem wesentlich höheren Restwert ausgegangen werden?
  • Stimmen die Angaben in der Jahresrechnung?

Sollte dieser Leasingrest um ein Vielfaches höher sein, warum wird das dann nicht korrekt in der Jahresrechnung ausgewiesen? Wird dem Gemeinderat ein Rechenwerk vorgelegt, das nicht einmal den wahren Schuldenstand erfasst?

Auch wenn die MFA vom Kauf des Tauernstadions Abstand genommen hat, fordern wir volle Aufklärung über die tatsächliche Laufzeit der Leasingverträge und die noch aushaftenden Beträge!

Kunstrasenplatz:
Verkauf an die Goldried Bergbahnen – Gemeinde mietet Trainingsplatz zurück

Das Grundstück 604/3, der sogenannte Kunstrasenplatz und umgebende Flächen im Ausmaß von 20.805 m2, wurden mit den Stimmen der Bürgermeisterliste (Abstimmungsergebnis: 9:7  (eine Nichtteilnahme wegen Befangenheit)) um rund 842.000 € (40,5 €/m2) an den einzigen Anbieter, die Goldried Bergbahnen, verkauft. Ein eingeholtes Schätzgutachten gab den Wert mit 884.000 € an.

Zugleich wurde mit dem gleichen Stimmenverhältnis (9:7) ein Mietvertrag mit den Goldried Bergbahnen für den Trainingsplatz beschlossen. Inhalt dieses Mietvertrages: Die Gemeinde zahlt 25 Jahre lang einen Mietzins von rund 59.000 € p.a. (49.000 € + MwSt), ist weiterhin zuständig für Betreuung, Betriebskosten und allfällige Sanierungen.

Der einmalige Erlös von 842.600 € steht in keinem Verhältnis zu den rund 1.470.000 € Miete, die die Gemeinde die nächsten 25 Jahre zu tragen hat. Das zeigt erneut, dass kurzfristiger Vermögensabbau zu keiner nachthaltigen Verbesserung der Finanzlage von Matrei führt!

 

 

Gebührenerhöhung um 2,5%:

Obwohl der Verbraucherpreisindex bei nur 0,5 % liegt, haben Bürgermeister Köll und seine Gemeinderäte eine Erhöhung der Gebühren um 2,5 % (das Fünffache!) beschlossen! Unser Vorschlag, heuer keine Erhöhung vorzunehmen, da die Matreierinnen und Matreier ohnehin die höchsten Gebühren und Abgaben Osttirols abliefern müssen und der heurige VPI schon in der letzten Erhöhung vorweggenommen wurde, wurde abgelehnt.

Solange kein Sparwille im Gemeinderat erkennbar ist (z.B. Kauf des Freischwimmbades um 150.000 €, überhöhte Bezüge der Ausschussobleute), werden wir uns dagegen wehren, der Bevölkerung eine dermaßen hohe Abgabenlast aufzubürden!